Meine Periode bleibt aus. Woran kann es liegen?

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Der weibliche Zyklus ist weit mehr als die monatliche Blutung. Er ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Hormonen, Nervensystem, Stoffwechsel, Emotionen und Lebensstil. Gerät dieses sensible System aus dem Gleichgewicht, zeigt sich das häufig zuerst im Zyklus.

Ist mein Zyklus noch normal?

  1. Ein physiologischer Menstruationszyklus dauert im Durchschnitt 25 bis 35 Tage. Entscheidend ist weniger die exakte Zahl, sondern die Regelmäßigkeit.

Von Zyklusunregelmäßigkeiten spricht man, wenn:

  • der Zyklus dauerhaft kürzer als 25 oder länger als 35 Tage ist

  • die Zykluslänge stark schwankt

  • die Blutung sehr schwach oder sehr stark ist

  • Zwischenblutungen auftreten

  • die Periode länger als 3 Monate ausbleibt (Amenorrhoe)

Gelegentliche Schwankungen – etwa durch Stress, Reisen, oder Infekte – sind normal. Bestehen die Veränderungen jedoch über mehrere Monate, lohnt sich eine genauere Betrachtung.

Der Zyklus ist sensibel. Dein Körper arbeitet nicht gegen dich, wenn dein Zyklus unregelmäßig ist. Er reagiert auf Hormone – aber auch auf Stress, Schlaf, Ernährung, Emotionen und deinen Lebensstil.

Ursachen von Zyklusunregelmäßigkeiten

  1. Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für unregelmäßige Zyklen. Häufige Symptome sind:

  • Zykluslängen über 35 Tage

  • fehlende Eisprünge

  • viele kleine, unreife, aufgereihte Follikel im Eierstock

  • erhöhte männliche Hormone (Androgene)

  • Akne, Haarausfall oder verstärkte Behaarung

  • häufig Insulinresistenz

Schulmedizinisch stehen ggf. Gewichtsregulation, Insulinsensitivität durch Medikamente (Metformin) und ggf. hormonelle Therapie im Fokus.

Bei Kinderwunsch kann PCOS eine Herausforderung sein – aber keine Sackgasse. Mit einer gezielten ganzheitlichen Unterstützung kann sich der Zyklus bei vielen Frauen deutlich regulieren.

  1. Post-Pill-Amenorrhoe

Nach dem Absetzen hormoneller Verhütung kann es mehrere Monate dauern, bis die Eizellen aus Ihrem "Schlaf" erwachen und der eigene Zyklus wieder in Gang kommt.

Die sogenannte Post-Pill-Amenorrhoe beschreibt das Ausbleiben der Blutung länger als 3 Monate nach Absetzen der Pille.

Hier ist Geduld wichtig, denn das hormonelle Steuerungszentrum deines Gehirns (Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse) muss sich erst neu regulieren. Eine Unterstützung durch Mikronährstoffe und Stressregulation kann hier sehr sinnvoll sein.

  1. Wechseljahre (Perimenopause)

Die klassischen Wechseljahre beginnen meist um das 50. Lebensjahr.
Doch hormonelle Veränderungen können bereits früher beginnen. In den Jahren vor der Menopause werden Zyklen häufig kürzer, länger oder unregelmäßig.

Das Progesteron sinkt oft zuerst ab, während Östrogen schwanken kann. Typisch sind:

  • verkürzte Zyklen

  • Zwischenblutungen

  • stärkere Blutungen

  • PMS-Verstärkung

Hier ist Differenzierung wichtig – nicht jede Unregelmäßigkeit bedeutet automatisch „Beginn der Wechseljahre“.

  1. Untergewicht & Leistungssport

Gerade bei jungen und sportlich aktiven Frauen kann es zu einem Ausbleiben des Eisprungs kommen, wenn:

  • das Körpergewicht sehr niedrig ist

  • intensiv trainiert wird

  • zu wenig Energie aufgenommen wird.

Da diese Situation als Mangellage interpretiert wird und Dein Körper weiß, dass eine Schwangerschaft viel Energie benötigt, entscheidet er sich gegen einen Eisprung, um diese Eizellen sich zu bewahren.

Das bedeutet nicht, dass Sport „schlecht“ ist. Aber der weibliche Körper braucht ausreichend Energie, um zyklisch arbeiten zu können.

  1. Flugreisen, Jetlag & Infekte

Starke Zeitverschiebungen oder wiederholte Langstreckenflüge können den hormonellen Rhythmus vorübergehend beeinflussen.

Auch nach schweren Infekten kann sich der Eisprung verschieben – eine natürliche Schutzreaktion.

Meist reguliert sich dies wieder. Bleibt der Zyklus länger instabil, lohnt sich ein genauer Blick.

  1. Medikamente

Einige Medikamente können den Hormonhaushalt beeinflussen:

  • Antidepressiva

  • Kortison

  • Längere Einnahmedauer von Schmerzmitteln

Wenn Stress den Zyklus beeinflusst.

Der weibliche Körper priorisiert dein Überleben vor der Fortpflanzung. Wenn der Stress dauerhaft hoch ist, erhöht dies deinen Cortisolspiegel und der Eisprung wird häufig „verschoben“ oder ausgesetzt.

Stress kann viele Gesichter haben:

  • beruflicher Druck

  • Leistungsanspruch

  • emotional belastende Situationen

  • ungeklärte Beziehungsthemen

  • unterschwellige Angst, nicht „gut genug“ zu sein

Auch Nachtschichten und Schichtarbeit beeinflussen durch Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus die hormonelle Achse.

Der Körper entscheidet in solchen Momenten nicht gegen dich – sondern für dein Überleben.

Wie ich Frauen mit Zyklusstörungen mit Hilfe von TCM und Akupunktur unterstütze.

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Ernährung für einen stabilen Zyklus

Ein stabiler Blutzucker ist entscheidend für die Hormonbalance.

Wichtig sind:

  • regelmäßige Mahlzeiten

  • Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index (GI), z.B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Haferflocken und die meisten Gemüsesorten

  • hochwertige Proteine

  • gesunde Fette (z. B. Omega-3)

Besonders beim PCOS spielt die Verbesserung der Insulinsensitivität eine zentrale Rolle.

„Chronischer Stress bringt den Körper ins Überleben – nicht in Balance.“

Beeinflussen Kosmetikas meinen Zyklus?

Manchmal liegt die Ursache für Zyklusunregelmäßigkeiten nicht nur im Inneren, sondern auch in dem, was uns täglich umgibt und was wir über die Haut in unseren Körper aufnehmen.

Sogenannte endokrine Disruptoren sind chemische Substanzen, die in unser Hormonsystem eingreifen können. Sie wirken wie „falsche Schlüssel“ an hormonellen Rezeptoren oder verändern die körpereigene Hormonproduktion.

Wo begegnen uns hormonelle Disruptoren?

Typische Quellen sind:

  • Plastikverpackungen (z. B. mit Bisphenol A)

  • Weichmacher (Phthalate)

  • Pestizidrückstände in Lebensmitteln

  • Kosmetikprodukte für Haut und Haare

  • Duftstoffe

  • bestimmte Reinigungsmittel

  • beschichtete Kassenbons

  • Teflonbeschichtungen

Diese Stoffe können:

  • den Östrogenhaushalt beeinflussen

  • die Progesteronwirkung stören

  • die Schilddrüse beeinträchtigen

  • Entzündungsprozesse fördern

Das bedeutet nicht, dass wir in Angst leben müssen, aber es ist sinnvoll, sich darüber Gedanken zu machen und die Produkte zuhause darauf zu kontrollieren. Hierfür gibt es spezielle Apps, die du kostenfrei nutzen kannst.

Mikronährstoffe bei unregelmäßigem Zyklus

Mikronährstoffe sind winzige Bausteine, die dein Körper dringend braucht, damit Hormone, Energie und der Zyklus reibungslos funktionieren. Doch sie werden schneller aufgebraucht, als wir oft denken – besonders in belastenden Lebensphasen.

Stress als Mikronährstoffräuber

Chronischer Stress, emotionale Belastung oder Dauerbelastung im Alltag zehren massiv an deinen Reserven.
Hormone wie Cortisol erhöhen den Verbrauch von:

  • Magnesium

  • Vitamin B6

  • Vitamin C

  • Zink

  • Vitamin D3

Das kann dazu führen, dass dein Körper zwar „funktioniert“, dein Zyklus aber aus dem Takt gerät. Stress ist also nicht nur psychisch, sondern wirkt ganz real auf deinen Hormonhaushalt.

Medikamente als Mikronährstoffräuber

Auch bestimmte Medikamente können deine Mikronährstoffspeicher leeren. Besonders häufig betroffen sind:

  • Die Pille: kann B-Vitamine, Magnesium und Zink reduzieren

  • Protonenpumpenhemmer (z. B. bei Sodbrennen): mindern die Aufnahme von Vitamin B12, Magnesium und Eisen

  • Kortison oder bestimmte Antidepressiva: erhöhen den Verbrauch von Vitamin D und Calcium

Diese „stillen“ Defizite können Zyklusunregelmäßigkeiten verstärken – auch wenn du dich gesund fühlst.

Unterstützung durch gezieltes Supplementieren.

Je nach Ursache und individuellem Bedarf kann sinnvoll sein:

  • Magnesium für entspanntes Nervensystem und geregelten Eisprung

  • Vitamin B6 zur Unterstützung der Progesteronproduktion

  • Vitamin D für hormonelle Balance

  • Zink für Schilddrüse, Stoffwechsel und Immunsystem

  • Omega-3-Fettsäuren gegen Entzündungen

  • Eisen bei starker Blutung

  • Myo-Inositol speziell bei PCOS

Wichtig ist dabei: Keine pauschale Supplementierung, sondern gezielte Unterstützung – idealerweise begleitet durch Blutwerte und individuelle Beratung.

Ganzheitliche Regulation des Zyklusses

In meiner Praxis berücksichtige ich neben Hormonwerten und Zyklusbeobachtung auch mögliche Umweltbelastungen.

Denn hormonelle Balance entsteht nicht nur durch „Zuführen“ von Nährstoffen – sondern auch durch Reduktion störender Einflüsse.

Gerade bei jungen Frauen und Frauen mit Kinderwunsch ist es mir wichtig, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem wir Schritt für Schritt:

  • dein Nervensystem stabilisieren

  • deinen Stoffwechsel unterstützen

  • mögliche Disruptoren reduzieren

  • deine individuelle hormonelle Balance fördern

Der Körper ist klug.
Wenn wir ihn entlasten und unterstützen beginnt er oft von selbst wieder in seinen Rhythmus zurückzufinden.

Fazit: Deinen Zyklus verstehen und unterstützen

Unregelmäßigkeiten entstehen oft nicht aus „Fehlern“ oder Schwäche. Sie sind ein Signal deines Körpers, dass er Aufmerksamkeit braucht.

Mit gezielter Ernährung, ausreichend Mikronährstoffen, Stressreduktion, Schlaf und sanfter Unterstützung kann dein Körper oft wieder in seinen eigenen Rhythmus zurückfinden.
Eine schulmedizinische Abklärung und gezielte Begleitung und ganzheitliche Unterstützung können helfen, den Zyklus zu verstehen und zu stabilisieren.

Wenn du dir hier Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne auf diesem Weg und lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch ein. Ich freue mich auf dich!

Vielen lieben Dank für das Interesse.
Eva Will.

Ich bin Eva Will. Heilpraktikerin und TCM-Therapeutin mit dem Schwerpunkt Frauenheilkunde und integrative Behandlungen zum Kinderwunsch.

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