Der weibliche Zyklus ist weit mehr als die monatliche Blutung. Er ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Hormonen, Nervensystem, Stoffwechsel, Emotionen und Lebensstil. Gerät dieses sensible System aus dem Gleichgewicht, zeigt sich das häufig zuerst im Zyklus.
Ist mein Zyklus noch normal?
Ein physiologischer Menstruationszyklus dauert im Durchschnitt 25 bis 35 Tage. Entscheidend ist weniger die exakte Zahl, sondern die Regelmäßigkeit.
Von Zyklusunregelmäßigkeiten spricht man, wenn:
der Zyklus dauerhaft kürzer als 25 oder länger als 35 Tage ist
die Zykluslänge stark schwankt
die Blutung sehr schwach oder sehr stark ist
Zwischenblutungen auftreten
die Periode länger als 3 Monate ausbleibt (Amenorrhoe)
Gelegentliche Schwankungen – etwa durch Stress, Reisen, oder Infekte – sind normal. Bestehen die Veränderungen jedoch über mehrere Monate, lohnt sich eine genauere Betrachtung.
Der Zyklus ist sensibel. Dein Körper arbeitet nicht gegen dich, wenn dein Zyklus unregelmäßig ist. Er reagiert auf Hormone – aber auch auf Stress, Schlaf, Ernährung, Emotionen und deinen Lebensstil.
Ursachen von Zyklusunregelmäßigkeiten
Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für unregelmäßige Zyklen. Häufige Symptome sind:
Zykluslängen über 35 Tage
fehlende Eisprünge
viele kleine, unreife, aufgereihte Follikel im Eierstock
erhöhte männliche Hormone (Androgene)
Akne, Haarausfall oder verstärkte Behaarung
häufig Insulinresistenz
Schulmedizinisch stehen ggf. Gewichtsregulation, Insulinsensitivität durch Medikamente (Metformin) und ggf. hormonelle Therapie im Fokus.
Bei Kinderwunsch kann PCOS eine Herausforderung sein – aber keine Sackgasse. Mit einer gezielten ganzheitlichen Unterstützung kann sich der Zyklus bei vielen Frauen deutlich regulieren.
Post-Pill-Amenorrhoe
Nach dem Absetzen hormoneller Verhütung kann es mehrere Monate dauern, bis die Eizellen aus Ihrem "Schlaf" erwachen und der eigene Zyklus wieder in Gang kommt.
Die sogenannte Post-Pill-Amenorrhoe beschreibt das Ausbleiben der Blutung länger als 3 Monate nach Absetzen der Pille.
Hier ist Geduld wichtig, denn das hormonelle Steuerungszentrum deines Gehirns (Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse) muss sich erst neu regulieren. Eine Unterstützung durch Mikronährstoffe und Stressregulation kann hier sehr sinnvoll sein.
Wechseljahre (Perimenopause)
Die klassischen Wechseljahre beginnen meist um das 50. Lebensjahr.
Doch hormonelle Veränderungen können bereits früher beginnen. In den Jahren vor der Menopause werden Zyklen häufig kürzer, länger oder unregelmäßig.
Das Progesteron sinkt oft zuerst ab, während Östrogen schwanken kann. Typisch sind:
verkürzte Zyklen
Zwischenblutungen
stärkere Blutungen
PMS-Verstärkung
Hier ist Differenzierung wichtig – nicht jede Unregelmäßigkeit bedeutet automatisch „Beginn der Wechseljahre“.
Untergewicht & Leistungssport
Gerade bei jungen und sportlich aktiven Frauen kann es zu einem Ausbleiben des Eisprungs kommen, wenn:
das Körpergewicht sehr niedrig ist
intensiv trainiert wird
zu wenig Energie aufgenommen wird.
Da diese Situation als Mangellage interpretiert wird und Dein Körper weiß, dass eine Schwangerschaft viel Energie benötigt, entscheidet er sich gegen einen Eisprung, um diese Eizellen sich zu bewahren.
Das bedeutet nicht, dass Sport „schlecht“ ist. Aber der weibliche Körper braucht ausreichend Energie, um zyklisch arbeiten zu können.
Flugreisen, Jetlag & Infekte
Starke Zeitverschiebungen oder wiederholte Langstreckenflüge können den hormonellen Rhythmus vorübergehend beeinflussen.
Auch nach schweren Infekten kann sich der Eisprung verschieben – eine natürliche Schutzreaktion.
Meist reguliert sich dies wieder. Bleibt der Zyklus länger instabil, lohnt sich ein genauer Blick.
Medikamente
Einige Medikamente können den Hormonhaushalt beeinflussen:
Antidepressiva
Kortison
Längere Einnahmedauer von Schmerzmitteln
Wenn Stress den Zyklus beeinflusst.
Der weibliche Körper priorisiert dein Überleben vor der Fortpflanzung. Wenn der Stress dauerhaft hoch ist, erhöht dies deinen Cortisolspiegel und der Eisprung wird häufig „verschoben“ oder ausgesetzt.
Stress kann viele Gesichter haben:
beruflicher Druck
Leistungsanspruch
emotional belastende Situationen
ungeklärte Beziehungsthemen
unterschwellige Angst, nicht „gut genug“ zu sein
Auch Nachtschichten und Schichtarbeit beeinflussen durch Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus die hormonelle Achse.
Der Körper entscheidet in solchen Momenten nicht gegen dich – sondern für dein Überleben.
Wie ich Frauen mit Zyklusstörungen mit Hilfe von TCM und Akupunktur unterstütze.
Bitte hier klickenErnährung für einen stabilen Zyklus
Ein stabiler Blutzucker ist entscheidend für die Hormonbalance.
Wichtig sind:
regelmäßige Mahlzeiten
Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index (GI), z.B. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Haferflocken und die meisten Gemüsesorten
hochwertige Proteine
gesunde Fette (z. B. Omega-3)
Besonders beim PCOS spielt die Verbesserung der Insulinsensitivität eine zentrale Rolle.
„Chronischer Stress bringt den Körper ins Überleben – nicht in Balance.“
Beeinflussen Kosmetikas meinen Zyklus?
Manchmal liegt die Ursache für Zyklusunregelmäßigkeiten nicht nur im Inneren, sondern auch in dem, was uns täglich umgibt und was wir über die Haut in unseren Körper aufnehmen.
Sogenannte endokrine Disruptoren sind chemische Substanzen, die in unser Hormonsystem eingreifen können. Sie wirken wie „falsche Schlüssel“ an hormonellen Rezeptoren oder verändern die körpereigene Hormonproduktion.
Wo begegnen uns hormonelle Disruptoren?
Typische Quellen sind:
Plastikverpackungen (z. B. mit Bisphenol A)
Weichmacher (Phthalate)
Pestizidrückstände in Lebensmitteln
Kosmetikprodukte für Haut und Haare
Duftstoffe
bestimmte Reinigungsmittel
beschichtete Kassenbons
Teflonbeschichtungen
Diese Stoffe können:
den Östrogenhaushalt beeinflussen
die Progesteronwirkung stören
die Schilddrüse beeinträchtigen
Entzündungsprozesse fördern
Das bedeutet nicht, dass wir in Angst leben müssen, aber es ist sinnvoll, sich darüber Gedanken zu machen und die Produkte zuhause darauf zu kontrollieren. Hierfür gibt es spezielle Apps, die du kostenfrei nutzen kannst.
Mikronährstoffe bei unregelmäßigem Zyklus
Mikronährstoffe sind winzige Bausteine, die dein Körper dringend braucht, damit Hormone, Energie und der Zyklus reibungslos funktionieren. Doch sie werden schneller aufgebraucht, als wir oft denken – besonders in belastenden Lebensphasen.
Stress als Mikronährstoffräuber
Chronischer Stress, emotionale Belastung oder Dauerbelastung im Alltag zehren massiv an deinen Reserven.
Hormone wie Cortisol erhöhen den Verbrauch von:
Magnesium
Vitamin B6
Vitamin C
Zink
Vitamin D3
Das kann dazu führen, dass dein Körper zwar „funktioniert“, dein Zyklus aber aus dem Takt gerät. Stress ist also nicht nur psychisch, sondern wirkt ganz real auf deinen Hormonhaushalt.
Medikamente als Mikronährstoffräuber
Auch bestimmte Medikamente können deine Mikronährstoffspeicher leeren. Besonders häufig betroffen sind:
Die Pille: kann B-Vitamine, Magnesium und Zink reduzieren
Protonenpumpenhemmer (z. B. bei Sodbrennen): mindern die Aufnahme von Vitamin B12, Magnesium und Eisen
Kortison oder bestimmte Antidepressiva: erhöhen den Verbrauch von Vitamin D und Calcium
Diese „stillen“ Defizite können Zyklusunregelmäßigkeiten verstärken – auch wenn du dich gesund fühlst.
Unterstützung durch gezieltes Supplementieren.
Je nach Ursache und individuellem Bedarf kann sinnvoll sein:
Magnesium für entspanntes Nervensystem und geregelten Eisprung
Vitamin B6 zur Unterstützung der Progesteronproduktion
Vitamin D für hormonelle Balance
Zink für Schilddrüse, Stoffwechsel und Immunsystem
Omega-3-Fettsäuren gegen Entzündungen
Eisen bei starker Blutung
Myo-Inositol speziell bei PCOS
Wichtig ist dabei: Keine pauschale Supplementierung, sondern gezielte Unterstützung – idealerweise begleitet durch Blutwerte und individuelle Beratung.
Ganzheitliche Regulation des Zyklusses
In meiner Praxis berücksichtige ich neben Hormonwerten und Zyklusbeobachtung auch mögliche Umweltbelastungen.
Denn hormonelle Balance entsteht nicht nur durch „Zuführen“ von Nährstoffen – sondern auch durch Reduktion störender Einflüsse.
Gerade bei jungen Frauen und Frauen mit Kinderwunsch ist es mir wichtig, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem wir Schritt für Schritt:
dein Nervensystem stabilisieren
deinen Stoffwechsel unterstützen
mögliche Disruptoren reduzieren
deine individuelle hormonelle Balance fördern
Der Körper ist klug.
Wenn wir ihn entlasten und unterstützen beginnt er oft von selbst wieder in seinen Rhythmus zurückzufinden.
Fazit: Deinen Zyklus verstehen und unterstützen
Unregelmäßigkeiten entstehen oft nicht aus „Fehlern“ oder Schwäche. Sie sind ein Signal deines Körpers, dass er Aufmerksamkeit braucht.
Mit gezielter Ernährung, ausreichend Mikronährstoffen, Stressreduktion, Schlaf und sanfter Unterstützung kann dein Körper oft wieder in seinen eigenen Rhythmus zurückfinden.
Eine schulmedizinische Abklärung und gezielte Begleitung und ganzheitliche Unterstützung können helfen, den Zyklus zu verstehen und zu stabilisieren.
Wenn du dir hier Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne auf diesem Weg und lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch ein. Ich freue mich auf dich!