Viele Frauen kennen es: In den Tagen vor der Menstruation verändert sich etwas. Die Stimmung kippt schneller, der Körper fühlt sich schwerer an, die Belastbarkeit sinkt. Für manche ist es ein leichtes Unwohlsein – für andere wird die zweite Zyklushälfte jeden Monat zu einer echten Herausforderung. PMS und PMDS sind keine Einbildung und kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Ausdruck eines sensiblen Zusammenspiels von Hormonen, Nervensystem, Stoffwechsel und emotionaler Belastung.
Dieser Artikel möchte informieren, einordnen und vor allem eines: Verständnis schaffen. Für das, was Frauen erleben – und für die vielen Möglichkeiten, wie eine ganzheitliche Begleitung unterstützen kann.
Was ist PMS?
PMS steht für Prämenstruelles Syndrom. Darunter versteht man eine Vielzahl körperlicher, emotionaler und mentaler Beschwerden, die typischerweise in der zweiten Zyklushälfte – nach dem Eisprung – auftreten und mit Beginn der Menstruation wieder abklingen.
Die Symptome können von Zyklus zu Zyklus variieren und sich im Laufe des Lebens verändern. Häufige Beschwerden sind:
Spannungsgefühl oder Schmerzen in den Brüsten
Unterleibsschmerzen, Rückenschmerzen
Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme
Kopfschmerzen oder Migräne
Müdigkeit, Erschöpfung
Reizbarkeit, innere Unruhe
Stimmungsschwankungen, Weinerlichkeit
Konzentrationsprobleme
Heißhunger, insbesondere auf Süßes oder Salziges
PMS betrifft sehr viele Frauen in unterschiedlicher Ausprägung. Entscheidend ist: Die Beschwerden sind real – auch wenn sie nicht immer sichtbar sind.
Was ist PMDS – und worin liegt der Unterschied?
PMDS bedeutet Prämenstruelle Dysphorische Störung. Sie ist deutlich seltener als PMS, aber wesentlich belastender. Im Gegensatz zum PMS stehen hier die psychischen Symptome stark im Vordergrund und können das alltägliche Leben massiv beeinträchtigen.
Typische Anzeichen einer PMDS sind:
Starke depressive Verstimmungen
Ausgeprägte Reizbarkeit oder Wut
Gefühl von Hoffnungslosigkeit oder innerer Leere
Angstzustände, innere Anspannung
Gefühl, „nicht man selbst zu sein“
Rückzug aus sozialen Kontakten
Konflikte in Partnerschaft und Familie
Charakteristisch ist auch hier: Die Symptome treten zyklisch auf, meist 7–10 Tage vor der Menstruation, und bessern sich deutlich mit Beginn der Blutung.
PMDS ist keine Charakterschwäche und keine „normale Laune“. Sie ist eine ernstzunehmende zyklusabhängige Erkrankung, die fachliche Begleitung verdient.
Wie ich als Heilpraktikerin Frauen bei Zyklusbeschwerden unterstütze.
Details zu Methode und ZusammenarbeitWarum entstehen PMS und PMDS?
Aus schulmedizinischer Sicht stehen hormonelle Schwankungen – insbesondere von Östrogen und Progesteron – im Mittelpunkt. Interessanterweise haben viele betroffene Frauen keine auffälligen Hormonwerte. Das Problem liegt oft weniger im Hormonspiegel selbst, sondern in der Empfindlichkeit des Nervensystems auf diese Veränderungen.
Weitere Einflussfaktoren können sein:
Stress und chronische Überlastung
Dysregulation des Nervensystems
Entzündliche Prozesse im Körper
Blutzuckerschwankungen
Darmgesundheit und Mikrobiom
Nährstoffmängel
Frühere hormonelle Eingriffe (z. B. Pille)
Emotionale Belastungen oder ungelöste Konflikte
Die Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
In der TCM wird PMS nicht als isoliertes „Hormonproblem“ verstanden, sondern als Ausdruck eines inneren Ungleichgewichts. Besonders häufig spielen folgende Muster eine Rolle:
Stagnation / Blockade der Lebensenergie - häufig stressbedingt
Mangel auf Blutebene - kann die innere Unruhe verstärken
Schwäche von Milz und Verdauung - Einfluss auf den Energiehaushalt
Die Leber hat in der TCM eine zentrale Bedeutung für den freien Fluss von Qi und Emotionen. Gerät dieser Fluss ins Stocken und es kommt zu einer Stagnation der Leber-Energie – etwa durch Dauerstress, zu wenig Pausen oder emotionale Belastungen – zeigen sich die Symptome häufig besonders deutlich in der zweiten Zyklushälfte.
PMS als Signal – nicht als Gegner
PMS ist kein Feind, den es zu „bekämpfen“ gilt. Oft ist es ein Signal des Körpers, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Viele Frauen funktionieren lange über ihre Grenzen hinweg. Die prämenstruelle Phase wird dann zu dem Zeitpunkt, an dem der Körper ehrlich wird – weil er nicht mehr kompensieren kann.
Diese Phase verdient daher besondere Aufmerksamkeit, Fürsorge und Verständnis.
„PMS / PMDS ist kein Fehler – es ist die feine Sprache des Körpers, die gehört werden möchte.“
Ganzheitliche Begleitung bei PMS und PMDS
In meiner Praxis steht nicht das einzelne Symptom im Vordergrund, sondern die Frau in ihrer Gesamtheit. Jede Frau bringt ihre eigene Geschichte, ihren eigenen Zyklus und ihre individuellen Belastungen mit.
Im Rahmen einer ganzheitlichen Begleitung ist mir wichtig:
1. Zyklusbewusstsein entwickeln
Das Verständnis für die eigenen zyklischen Phasen schafft Entlastung. Wer weiß, wann Rückzug, Ruhe und sanftere Anforderungen sinnvoll sind, kann den Alltag bewusster gestalten.
2. Regulation des Nervensystems
Stress ist einer der größten Verstärker von PMS- und PMDS-Symptomen. Akupunktur, Atemtechniken, chinesische Arzneimittelrezepturen und das integrieren von Ruhephasen können helfen, das Nervensystem wieder in Balance zu bringen.
3. Unterstützung durch Akupunktur
Akupunktur kann den freien Fluss von Qi fördern, Spannungen lösen und emotionale Symptome mildern. Viele Frauen erleben dadurch eine deutlich stabilere zweite Zyklushälfte.
4. Ernährung & Lebensstil
Regelmäßige Mahlzeiten, stabile Blutzuckerwerte und eine zyklusangepasste Ernährung können einen großen Unterschied machen – besonders bei Stimmungsschwankungen und Erschöpfung.
5. Raum für Emotionen
PMS und PMDS sind oft auch Ausdruck nicht gelebter oder unterdrückter Gefühle. Ein geschützter Raum, in dem alles da sein darf, wirkt häufig bereits entlastend.
Wann ist es wichtig, genauer hinzuschauen?
Wenn die Beschwerden
das Berufsleben oder Beziehungen stark beeinträchtigen
mit starken depressiven Gedanken einhergehen
jeden Monat gleich intensiv auftreten
sich im Laufe der Zeit verschlimmern,
sollte eine fachliche Abklärung erfolgen. Eine ganzheitliche Begleitung kann dabei eine wertvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Diagnostik sein.
Du bist nicht „zu sensibel“
Ein Satz, den viele betroffene Frauen zu oft gehört haben – und der großen Schaden anrichtet. Sensibilität ist keine Schwäche. Sie ist oft ein feines Frühwarnsystem.
PMS und PMDS zeigen, wie eng Körper, Hormone, Nervensystem und Emotionen miteinander verbunden sind. Mit Verständnis, Wissen und individueller Begleitung kann sich viel verändern.
Ein ermutigender Abschluss
Du musst da nicht allein durch. Dein Zyklus ist kein Problem, das gelöst werden muss – sondern ein Teil von dir, der gesehen und unterstützt werden möchte.
Ganzheitliche Begleitung kann helfen, wieder mehr Stabilität, Vertrauen und Verbundenheit mit dem eigenen Körper zu entwickeln. Schritt für Schritt. Im eigenen Tempo.